Ankunft und Tag 1

Am Freitag, den 15. Juni gegen 11.00 Uhr war es soweit – Abfahrt Richtung Maulbronn. Am dortigen Kreisverkehr ging dann auch gleich die erste Warnlampe an: Bremslicht kaputt. Die erste Panne war aber beim anschließenden Packen in der Südmährer Straße schnell behoben und so ging es nach einem herzlichen Abschied gegen Mittag auf Richtung Hamburg, um die ersten 640 km schnell hinter uns zu bringen. Dank zahlreichen Staus erreichten wir die nordische Metropole allerdings erst gegen 20.00 Uhr, wo uns eine gute Freundin die Gästecouch der 4er WG und am nächsten Morgen die vorläufig letzte warme, ausgiebige Dusche anbot. Dann auf in unseren Schweden, das letzte Mal das Navi an und ab in die Hafenstraße zum Start. 20 km und 25 min. später haben wir diese dann erreicht – mit der Erkenntnis, dass es in Hamburg mehrere Hafenstraßen gibt und wir die falsche angepeilt haben. Also wieder knapp 20 km und 25 min. In die entgegengesetzte Richtung, um rund 2 km vom Schlafplatz entfernt die restlicher Teilnehmer anzutreffen. Fazit: was sind 40 km zum Frühstück … bei dem was uns bevorsteht.

Nach einigen Deals in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe der Mitreisenden konnten noch schnell T-Shirts eine Nummer kleiner und ein altes Stativ gegen eine Flasche Wein getauscht werden, bevor es gegen 12.30 Uhr mit der Startnummer #67 auf die Startrampe und dann ab auf die A1 in Richtung Flensburg ging. Die erste Aufgabe, eine Büroklammer in jedem Land einmalig gegen etwas Besseres einzutauschen führte uns auf dem Weg zur Autobahn noch an einer rosa Stretchlimousine und einem, dem Zustand der mitfahrenden Gesellschaft nach zu urteilen,  gerade endenden Junggesellenabschied vorbei. Einige lustige Minuten und ein skurriles Foto später war die Büroklammer getauscht – gegen eine Penis-Sonnenbrille.

Da auf der ersten und letzten Etappe Autobahnen erlaubt sind, ging es schnell hoch nach Flensburg und dann spontan in Dänemark rechts weg nach Fynshav auf die Fähre, um mit dieser nach Boyden überzusetzen. Vermutlich, weil der Zeitaufwand ähnlich hoch ist wie über Holding zu fahren und die Autobahn zu nehmen – und vielleicht auch, weil die Fähre rund 40 Euro extra kostet – hatte diese Idee von rund 250 startenden Teams genau … eins. So sah dann auch der GPS-Tracker sehr amüsant aus mit einer Linie von Teilnehmern links, einer Linie rechts (Strecke über Fehmarn) und einem einzelnen Punkt in der Mitte. Direkt nach der Fähre wurde getankt, und dem jungen aber äußerst humorvollen Tankwart die Penisbrille aufgeschwatzt gegen eine Flasche dänischen Schnaps. Sind wir das Ding also tatsächlich wieder los geworden.

Letztendlich landeten auch wir wieder auf der E20 Richtung Kopenhagen, konnten noch einige Teams überholen und kamen schließlich in Ales Stenar, dem schwedischen Stonehenge, an, wo bereits eine Menge Teams den Parkplatz eingenommen hatten. Schnell eine Wikingertaufe vollführt, ein Foto fürs Roadbook gemacht und dann die grandiose Idee umgesetzt, dank des starken Regens den Abend zu nutzen um noch etwas Strecke gut zu machen. Die Aufgabe, am kommenden Tag nahe Ryd auf dem Autofriedhof mitten im Wald den ersten Tourbus von Abba zu fotografieren, wollten wir bereits ansteuern, damit wir morgens ausreichend Zeit zum fotografieren und umschauen haben. So fuhren wir noch bis nachts um 0.30 Uhr in Richtung Jönköpping und errichteten dann etwas oberhalb von Växjö unser erstes Nachtlager im Zelt. Der letzte prüfende Blick des Tages in den GPS-Tracker zeigte uns dann auch einen guten Platz im führenden Feld an.