Tag 3 – ein flotter Dreier

Montag ,18. Juni. Guten Morgen, Schweden. Nach einer gemütlichen Nacht, für Heiko im Zelt, für Patrick im Kombi, um die vorhandenen Platzverhältnisse maximal auszureizen, ging es nach einem gemütlichen Frühstück um 9.00 Uhr weiter in Richtung Orsa, wo wir die heutige Tageschallenge antreten sollten: Warte auf ein anderes Team, tausche den Beifahrer und erzähle einen Witz. Während wir noch den Treffpunkt bei Orsa auf der Karte suchten, tauchte der weiße Volvo vom Vortag auf, Team Safari mit der Nummer #210, die Beifahrer waren schnell getauscht und weiter ging die Fahrt. Erzählt wurden unter anderem Sprüche, die man sowohl aufs Grillen als auch auf das weibliche Geschlecht beziehen kann, die hier aber, hauptsächlich „aus platztechnischen Gründen“, nicht aufgeführt werden sollten.

Gegen Mittag wurde der Tausch dann nach deutlich mehr als der geplanten Strecke rückabgewickelt und man beschloss, die nun anstehende Strecke zum einen komplett umzuwerfen und zum anderen gemeinsam anzutreten. Anstelle der E45 von Östersund weiter Richtung Storuman zu folgen ging es nun auf der E14 in Richtung Norwegen. Unterwegs teilten wir uns auf, um unsere Tauschchallenge in Schweden abzuschließen. Ein paar Häuser wurden abgeklappert und schon war eine Handwerkerin gefunden, die aus norwegischer Wolle handgemachte Irgendwas produziert, mit Blümchenmuster … man kann Töpfe darauf stellen oder Blumen, in das andere, vom Muster perfekt passende kann man seine Bierflasche oder ein dekoratives Glas stellen … der Sinn hat sich uns nicht vollständig erschlossen, aber es sieht schön aus und kommt bei den norwegischen, dekorationstüchtigen Hausfrauen sicher super gut an. Sind also gespannt auf den nächsten Tausch im Nachbarland.

Beim Warten auf Team #210 dann ein meckerndes Geräusch im Ohr. Da kam uns sofort die Fotochallenge „finde eine Ziege, die Dein Fahrzeug lenkt“ in den Sinn. Kurz gesucht und schnell lokalisiert … letztendlich waren es kleine Lämmchen, aber die versammelte Familie fand die Aktion so lustig dass die Töchter des Hauses im Nachbargrundstück auf Lammjagd gingen und uns ein geeignetes Tierchen auf den Fahrersitz packten. Hätten wir dieses Bild also auch im Kasten.

Heikos Idee, auf die 322 zu wechseln, dort die norwegische Grenze zu passieren und so auf die E6 in Richtung Snarsa zu kreuzen, stellte sich als abwechslungsreiche Alternative heraus. Die breite, fast gänzlich leere Straße führte durch die schwedische Natur und wechselte ab der Grenze innerhalb weniger Meter in ein typisch norwegisches Bild mit strömenden Gebirgsflüssen parallel zur Straße und dicht bewaldeten Hängen. Kein Auto, keine Menschenseele, keine Polizei … wir schnitten aber trotzdem keine Kurve und erreichten auch nie Geschwindigkeiten im Bereich der 120er oder 130er Marke, sondern fuhren immer die vorgeschriebenen 80 km/h. Unterwegs nahmen wir mit „Clint Eastwood“ Kontakt auf, der ebenfalls von Trondheim aus aktuell auf der norwegischen Seite Snarsa ansteuerte, um eventuell zu sechst einen geeigneten Platz zum Wildcampen zu finden. Direkt bei Ankunft in Verdal, also zurück auf der E6, kam uns dann auch ein Schweizer Audi A6 entgegen – mit eigens für die Challenge montiertem Grill an der Heckklappe. Team Diamond Brothers, Nr. #247, beschloss ebenfalls, sich uns anzuschließen, und gemeinsam ging es auf die letzte Etappe nach Snarsa, wo sich schnell ein gemütliches Plätzchen direkt am See gefunden hatte. Bei Sonnenschein wurden die Zelte aufgebaut und die Grills angeworfen, rechtzeitig zum Kochen von Linsen mit Spätzle kam dann aber der erste Platzregen. Weitere sollten im Verlauf dieses Abends folgen. Und natürlich auch in der Nacht.

Fazit dieses Tages: Es kann nur einen geben. Regen. Doch machst mit ihm auch vieles mit, Spaß hast deutlich mehr zu dritt.

 

Unterwegs: 10,5 Stunden   Tagesstrecke: 671 km