Tag 7 – vom Nordkap nach Finnland

Freitag, 22. Juni. Abfahrt in Alta war morgens um 10.20 Uhr, das Nordkap in greifbarer Nähe. Zügig ging es denn auch im Konvoi mit vier Fahrzeugen dem Ziel entgegen und auf der Strecke begegnete man heute einigen anderen Rallyeteams. 

Vielleicht waren es die ansonsten recht leeren Straßen, vielleicht die regelmäßig zu überholenden Wohnmobile und Wohnwägen, vielleicht die vielen anderen Teams oder auch einfach nur der Spaß am Fahren … jedenfalls stieg die Durchschnittsgeschwindigkeit unserer Gruppe zunehmend. An einer bergigen Passage kämpfte sich eine Kolonne VW T4 recht gemütlich die Berge hinauf und wurde deshalb auch nacheinander überholt. Kurz darauf war im Rallye-Chat zu lesen, das einige Volvofahrer „ein Bergrennen“ veranstalten würden. Von dieser Aussage motiviert wurde das Tempo nochmals gesteigert und plötzlich ging es denn doch weit jenseits der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten dem Nordkap entgegen. Ein echter Rallyetag also. Hat uns vermutlich einen Millimeter Profil gekostet und den Durchschnittsverbrauch um gut zwei Liter erhöht, aber ja … das war’s halt wert und die Gesetzeshüter waren, Gott sei Dank, nirgends zu sehen.

Von Alta bis zum Nordkap konnten wir so auch gefühlt 30 Startplätze gutmachen, was angesichts der Tatsache, dass es beim Baltic Sea Circle nicht um Geschwindigkeit oder Platzierungen während der Strecke geht, zwar eher zu vernachlässigen wäre – den Spaß und den Schwung aber keineswegs gebremst hat. Man muß halt auch mal Prioritäten setzen!

Gegen 14 Uhr erreichten wir dann endlich den nördlichsten Punkt unseres Kontinents und konnten dank Voranmeldung des Veranstalters mit der gesamten Kolonne vorfahren an den Globus, der diese Stelle markiert. Auch hier wartete bereits eine ganze Schlange an BSC-Fahrzeugen und wir reihten uns zwecks Fotoshooting mit unserem alten Schweden ein. Knapp 45 Minuten später wurden dann legendäre Nordkap-Fotos geschossen (eine riesen Touristenabzocke, wenn man den Preis von knapp 50,- Euro berücksichtigt), zunächst mit unserem Fahrzeug, dann mit unserem kleinen Team-Konvoi.

10 Minuten später waren wir schon wieder auf der Piste und peilten über die E69 und E6 nun die finnische Grenze bei Karigasniemi an, um von dort aus über die 92 möglichst nah an den Inarijärvi-See bzw. Die Stadt Inari zu kommen. Kurz vor Kaamanen trennten sich dann vorläufig unsere Wege, weil Team #210 weiter nach Kirkenes wollte, um dort einige andere Teams zutreffen, die nach Russland weiterfahren wollten. Auch #247 hatte eigene Pläne und wollte weiter unten über die 91 an die russische Grenze, während wir beschlossen hatten, zunächst auf der finnischen Seite in Richtung Süden zu fahren, um endlich das schlechte Wetter hinter uns zu lassen. Mittlerweile war es auch recht spät geworden, da wir ohne es zu bemerken die Zeitgrenze überfahren und so eine Stunde verloren hatten.

Nach einigem an Starkregen hatten wir dann gegen 20.30 Uhr Inari erreicht und dort kurzerhand eine kleine Hütte direkt am See gemietet, um an diesem Abend noch herzhaft zu kochen und dann den Wetterbedingungen bestmöglich zu entgehen. 

 Unterwegs: 9,25 Stunden   Tagesstrecke: 610 km