Tag 13 – von Est- nach Lettland

Donnerstag, 28. Juni. Unerwartet einfach und mit mäßig auffälligen Nebenwirkungen ging es morgens in den für uns ersten richtigen Rallyetag seit Sonntag. Das Ziel war noch nicht exakt bestimmt, wir wollten heute aber auf jeden Fall Strecke machen und starteten somit noch vor den meisten anderen unsere Tagesetappe.

Das erste Etappenziel war schon durch unser Roadbook vorgegeben. 45 km nordwestlich von Tallinn sollte sich ein ehemaliges Gefängnis in einem Steinbruch befinden, der mittlerweile mit Wasser geflutet wurde. Während das Gefängnis noch aus dem Wasser ragt befinden sich wohl mehrere Gebäude und Anlagen vollständig unter Wasser und sind so, neben einer Kultlocation der regionalen Jugend mit gemütlichem Sandstrand, zu einem beliebten Tauchspot geworden. Im estnischen Ort Rummu, direkt an der Straße 17 gelegen, wurden wir schließlich fündig – und die Eigentümerin war praktischerweise vor Ort, was den Zugang zur gut gesicherten Anlage zwar vereinfachte aber mit 3,- Euro pro Kopf auch ein wenig teurer machte. Ein anderes Team, das erst am späten Abend folgte, machte aber Erfahrungen mit dem örtlichen Wachhund, so gesehen waren die drei Euro im Nachhinein betrachtet eine äußerst sinnvolle Investition.

Weiter ging es, auf der E67 an Pärnü vorbei, die Küste abwärts Richtung Riga. Aufgrund des guten Wetters beschlossen wir im Chat unseres Konvois dann am frühen Nachmittag, uns einen Strand knapp oberhalb von Riga als Nachtlager zu suchen und dort auf den Rest zu warten. So blieb einige Zeit, um endlich, nach vielen kalten und feuchten Tagen in die Badehose zu steigen und sich ein paar Stunden von der Sonne am Strand verwöhnen zu lassen – bevor auch die restlichen Teams #210, #247 und der Böblinger Audi #124, am Parkplatz eintrafen. So wurde noch gemeinsam der Grill angeworfen und herzhaft in den Abend gestartet, bevor ein Großteil der Gruppe den Schlafsack packte, um sich ein Nachtlager am Strand und unter freiem Himmel zu suchen, während ein einzelner dem Charm und der Zuverlässigkeit seines schwedischen Sargs die Treue hielt. 

Unterwegs: 6,25 Stunden   Tagesstrecke: ca. 442 km